TonMomente

TonMomente | Wettbewerb Kunst am Bau | Gustav-Heinemann-Oberschule | Berlin | 2021

Wie würde die Geräuschkulisse der Gustav-Heinemann-Oberschule klingen, gar aussehen? Ausgelassenes Stimmengewirr, konzentriertes Schweigen, fremde Sprachen, Bläserkonzerte, diverse Überlagerungen? 

Sprache und Klang als zeitbasierte Medien sollen in einer Art Frequenz eingefangen und zur räumlichen sichtbaren Ordnung des Gebäudes addiert werden.

Die Idee zum Werk verweist auf die zwei wesentlichen Aspekte unserer Kommunikation, die in der Foyerhalle eine zentrale Funktion einnehmen soll: die des Tons und die des Bildes. Die einzige Ressource, die Klang von uns verlangt, ist Zeit. Vom Geschichten erzählen bis zur Musik ist sie ein beständiges, kulturübergreifendes Konstrukt von Zivilisation in vielen Varianten. Dem gegenüber steht das Geformte, das Bild. Es verbraucht Material, kann dafür über Jahrtausende in einem Augenblick verharren. Es kann ein Schlaglicht durch alle Zeiten hindurch werfen, auch wenn es eine immer neue Interpretation oder auch Globalisierung erfährt.

Die zukünftigen Räume der Schule werden mit verschiedensten Lauten belebt sein. Diese sollen aufgenommen und zu Collagen komponiert werden. Das entstehende technische Bild der digitalen Tonspur wird in ein räumliches, flachreliefhaft wirkendes Bild übersetzt. 

Die verschiedenen Höhen und Tiefen der Frequenz werden mit verschieden lang zugeschnittenen z.B. Metall- oder Bambusröhrchen nachgebildet und miteinander verbunden. Diese ähneln vielleicht Pfeifen-Instrumenten wie einer Orgel oder der japanischen Shakuhachi. Anschließend wird auf diese „materialisierte Tonspur“ eine nahezu vibrierende Farbigkeit aufgetragen. Diese kann sich an eine blau-orange Farbgebung einer Frequenzdarstellung von Audio- Bearbeitungsprogrammen anlehnen oder im Rahmen der weiteren Bearbeitung begründet variiert werden.

Entlang der Empore in der Foyerhalle soll das Werk als bildnerisch-performatives Fries platziert werden, ragt leicht in den Raum hinein und setzt dem Ganzen die Krone auf. Es ist es denkbar, das Kunstwerk plastisch oder malerisch auf weitere Stellen der zuführenden Flure auszuweiten. 

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