Mycelium

Mycelium | Planet der Pilze – Pilzbefall – Pilz statt Plastik |

geschlossener Wettbewerb Kunst am Bau |  Umbau des Dienstgebäudes des Umweltbundesamtes am Bismarckplatz | Berlin |

Entwickelt mit SEPIA Professionals | 2022

Poesie | Planet der Pilze

Der Pilz war vor dem Menschen auf unserem Planeten. Prototaxiten, seltsame Organismen, die bis zu acht Meter in die Höhe wuchsen, beherrschten im Erdzeitalter des Devons die damaligen Erdplatten.

Schimmelpilze wachsen heute unbeeinträchtigt in der Schwerelosigkeit auf einer internationalen Raumstation; für die Zukunft wird ihre hohe UV-Resistenz als nachhaltiger Baustoff für mögliche Bauten auf Planeten ohne schützende Ozonschicht getestet.

Das Mycelium, das Wurzelwerk des Pilzes ist ein feiner, ständig wachsender, sich verzweigender Körper. Zwischen dem Wurzelwerk der Bäume kann er eine sogenannte Mykorrhiza bilden, ein natürliches Netzwerk, welches Informationen von Pflanze zu Pflanze weiterleitet. Pilzsporen, die die Pilze aktiv zu ihrer Vermehrung in den Raum schleudern, befinden sich überall – mit jedem Atemzug nehmen wir Sporen in uns auf. Aus dem naturbelassenen Innenhof des Umweltbundesamtes dringen fortwährend Pilzsporen in das Innere des Gebäudes.

Was wäre, wenn sie sich dort ansiedeln würden und eine Symbiose mit dem Bau eingehen würden? Was wäre, wenn der Pilz über sein Netzwerk mit dem Gebäude kommunizieren und gar seine architektonische Formensprache zum Ausdruck bringen kann?

 

Idee | Pilzbefall

Der Eingangsbereich und das Treppenhaus sind „vom Pilz befallen“. Das Mycelium durchdringt die Wände des Umweltbundesamtes und bringt besonders dort Fruchtkörper hervor, wo es schattig und feucht ist.

Details der Architektur werden aus dem Gebäude gesogen und wachsen neu interpretiert aus den Wänden.

Der Pilz ahmt den für Berlin so typischen Stuck nach, aber auch weitere Objekte aus den Bereichen Architektur und Kommunikation. Manchmal behält er seine natürliche Form eines Pilz-Fruchtkörpers.

 

Umsetzung | Pilz statt Plastik

Die einzelnen Kunstobjekte sollen aus Mycel-Baustoff bestehen, das Baumaterial wird aus Pilzfäden und Zellulose von agroindustriellen Rückständen hergestellt. Während das Mycelium die Nährstoffe verdaut, wandelt es sich in eine klebstoff-artige Substanz, welche ausgehärtet als Baustoff im Innenraum verwendet wird.

Die natürliche Farbe des Produkts ist weißlich bis bräunlich gesprenkelt, die Elemente können aber farblich angepasst werde bzw. sind spannende Ergebnisse aus den geplanten experimentellen Anzüchtungen erwartbar, die im Prozess mit dem Auslober abgestimmt werden können. 

 

– SEPIA Professionals

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