Geld am laufenden Meter

Wettbewerb Kunst am Bau | Finanzamt Halle | Halle (Saale) | besondere Anerkennung der Jury | 2016

Beide Lichthöfe stehen durch die Installation zweier rotierender Bänder miteinander konzeptuell im Dialog.

Je Hof rotieren die Bänder als geschlossener Kreis beginnend oberhalb der Attika der Glasfassade, vertikal entlang an der Außenwand des verglasten Teiles, durch das nicht verglaste Stück im ersten Obergeschoss zurück und erreichen wieder über den Innenbereich der Glasfassade laufend die Attika. Auf diese Art wird das Betrachten der Bänder vom Inneren des Finanzamtes für seine Angestellten und vom Äußeren des Bauwerks für die Passanten, die Öffentlichkeit ermöglicht. Das Band des ersten kleinen Lichthofes symbolisiert die eingezahlten Steuergelder und bewegt sich daher in dass Innere des Gebäudes. Das Band des zweiten größeren Hofes stellt die aus dem Finanzamt fließenden Gelder zum Wohle der Allgemeinheit dar, indem es aus dem Inneren des Bauwerks nach außen rotiert. Konzeptuell ist es sinnvoll, die Bänder nur während der Öffnungszeiten des Finanzamtes in Bewegung zu halten, denn nur, wenn seine Angestellten arbeiten, läuft im übertragenden Sinne der Kreislauf der Finanzen. Ferner sollen die Bänder eher langsam gedreht werden, vielleicht sogar getaktet, sodass sich ein Band beispielsweise innerhalb einer Stunde nur einmal ganz gedreht hat. Von der Logik her ist dies passender und erinnert an ein sich langsam drehendes, emsig laufendes Uhrwerk.

Das Material der Installation besteht zum einem aus Außenbereich-tauglichem Jacquardgewebe und zum anderen aus einer metallischen Unterkonstruktion mit je vier drehbaren Trommeln.  Je Hof ist eine der Trommeln mit einem Motor ausgestattet, welcher die Bahnen antreibt.

Motive der Webereien sind zu Ornamenten zusammengestellte Ausschnitte aus Banknoten aller Epochen, welche die Stadt Halle durchlebt hat. Diese sind jeweils schematisch um 180 Grad gedreht, sodass die Figuren des Bandes von Innen als auch von Außen richtig herum betrachtet werden können. Bei der konkreten Wahl der Motive wurde darauf geachtet, dass bis heute wichtige Persönlichkeiten der Wissenschaften, Literatur, Musik oder Kunst, welche auf den ehemaligen deutschen Banknoten zu finden waren, verewigt werden. Darüber hinaus soll ein direkter Bezug zu Halle aufgebaut werden, indem regionale Münz-Motive, wie z.B. die 10 DM Gedenkmünze zur Franckeschen Stiftung von 1998 oder die 20 Mark Münze mit dem Abbild Georg Friedrich Händels von 1984 auf den Webereien auftauchen.

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